Routine

Der Geschmack von abgestandenem Aschenbecher. Der leichte Schmerz in der Mitte des Rückens. Die Nachrichten im Radiowecker. Das leichte Gefühl der Desorientierung, bevor die Gedanken wieder linear verlaufen. Wieviel Uhr? Auf die Seite drehen, den Kopf heben, das unscharfe Bild verbessern in dem man sich dem Radiowecker weit genug annähert. 6:04 in roten Zahlen. Eine Hand trifft (meistens) die große Schlaftaste und ächzend sinkt man zurück in die Matratze. Die Gedanken verwirren sich im Halbschlaf, man träumt, irgend etwas merkwürdiges, bis der Wecker wieder anspringt. Irgendwann die Nachrichten. Wenn man Glück hat, macht irgendein Politiker eine dieser Aussagen, die einen sofort wütend werden lassen. Dann ist man wenigstens wach. Wenn auch wütend. Aber wütend ist nicht das schlechteste um den Tag zu beginnen. Warum dieser Geschmack nach Aschenbecher? Das Rauchen hat man schon vor Wochen mal wieder aufgegeben. Nicht wieder einschlafen, den Wecker hat man gerade ausgestellt. Die Trägheit steckt in den Gliedern. Immer noch dunkel. Scheißherbst. Erstmal Licht an. Scheißwinter kommt noch, gefolgt von Scheißfrühling und Scheißsommer. Was für’n Glück das man im Grunde seines Herzens Optimist ist. Das Schwingen der immer noch schweren Beine aus dem Bett. Das Herunterhangeln auf den Tritt. Meistens trifft man die schmalen Stufen. Das schwere Auftreten, hoffentlich nicht auf irgend etwas Spitzes, das herumliegt. Man arbeitet sich vor, umtanzt Hindernisse, selbstgemacht durch Passivität, Stühle, Decken, Klamotten, Papiere, Bücher auf dem Fußboden. Und Müll. Am Schreibtisch vorbei, Computer an. Weiter durch die Küche ins „Duschbad“, das nur ungefähr doppelt so groß wie die zugegebenermaßen recht große Dusche ist. Hose runter, setzen. Meistens kein Stuhlgang so früh am Morgen. Dann an den Rechner. Hoffen, das der Explorer eine Verbindung herstellt, sonst Neustart. Woran liegt’s? Spurensuche schon lange als zu lästig aufgegeben. Egal, Webcomics lesen, OOTS, Questionable Content, Something Positive, Foglio, Irregular webcomics, alles was in den Favoriten gespeichert ist. Eine Liste, die sich selten ändert. Routinierte Amüsiertheit. Irgendwann Duschen. Eine gewaschene Unterhose suchen, oder eine die noch geht. Eventuell steht die Waschmaschine voll rum und niemand hat die Wäsche aufgehängt. Dann muß noch mal gewaschen werden wenn’s schon muffig stinkt. U.u. wird eine Unterhose auf der Heizung getrocknet, muffig hin oder her. Riecht ja eh keiner. Anziehen, Paizoboards, Dnd-Gate, manchmal auch ein bißchen Schreiben fürs Rollenspiel, bis man raus muß.   

 

Jeden Morgen die gleiche Routine, es sei denn, man schläft aus ohne Wecker, dann quält man sich so irgendwann aus den Federn weil man sonst ja seinen freien Tag verpaßt. Oder die Tochter nervt noch früher als der Wecker. Hoffentlich ist dann wenigstens die Wohnung etwas aufgeräumter.

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