Zisalian

Der Hafen öffent sich an der ehemaligen Mündung des Hajj nach Osten, wobei die Hafenbefestigung aus dreizehn Türmen besteht, in einem ungefähren Abstand von 60 Durat, lediglich die beiden Südlichsten stehen aufgrund der Felsen etwas näher beisammen. Jeweils 5 Mann mit magischer Unterstützung ubekannter Art in den östlichsten Endtürmen, dort ebenfalls mehrere Oger, die die Hafenkette in Position kurbeln (Die Mechanik scheint Magie verstärkt zu sein, aber vor Divinationen geschützt). Verstärkungen können innerhalb kurzer Zeit von der Garnison hinzukommen. Jeder Turm besitzt einen 16 Pfünder, bei einer Annäherung von Norden können maximal 3 gleichzeitig ein Schiff unter Feuer nehmen. Die Besatzungen der Türme machten einen unmotivierten Eindruck, und ihre Fähigkeiten als Kanoniere sind fragwürdig. Einer bestätigte das unseren Agenten gegenüber. Der Zugang zu den Türmen liegt unterirdisch, lediglich die zwei, die am nähsten zur Stadt liegen besitzen Eingangstüren (Stärke und Schwäche zugleich; weitere unterirdische Gänge gibt es offiziell nicht). Die Garnisonssoldaten selbst sind ein undisziplinierter Haufen, aber fähig, und gerade im Kampf zwischen den Häusern potentiell einer weit größeren, aber im Häuserkampf ungeübten Streitmacht überlegen. Es befinden sich nominell immer insgesamt 5000 Soldaten in den Garnisonsstützpunkten beim Tempel des Würgers, am Hafen und am Hang des Königbergs, aber tatsächlich sind höchstens die Hälfte anwesend. Zu diesen regulären Kräften kommen eine unbestimmbare Menge an Piraten und Freibeutern auf Landgang. Das ist eine noch undiszipliniertere, aber völlig unberechenbare Gruppe. Wenn sich ein charismatischer Kommandat fände, mit entsprechender Achtung auch durch rivalisierende Crews, könnte das eine Streitmacht von noch einmal 1000  kampferprobten und fähigen Kriegern ergeben.

Es gibt drei Haupttempel im Hafenbereich, je einen des Würgers, der Pajakali und des Donnerfürsten. Vor allem der Hohepriester des Würgers ist ein Zauberwirker erster Güte, auch die anderen Tempel haben Zugriff auf mächtvolle Zauber. Ein weiterer Tempel in besonderer Nähe zum Stadtschloß ist dem Gründer der Stadt geweiht; all diese Priester sind fähige Zauberwirker und wahrscheinlich Dämonenanbeter, es gibt mehrere solcher Gerüchte. Dazu kommen rund ein Dutzend Schreine. Auf der Arkanen Seite gibt es eine überraschend hohe Dichte. Vor allem Nekromanten arbeiten in ihrem eigenen Viertel(-!- allerdings sehr klein), mindestens drei von ihnen können Zauber höchster Macht wirken, und insbesondere ihr informeller Sprecher, der sogenannte Halbhand, hat mehrere machtvolle Untote und/oder nekromantische Konstrukte unter seinem Befehl. Wieder stellen die Piraten mit ihren Schiffsmagiern eine Unbekannte dar, aber mit etwa zwei Dutzend Schiffsmagiern bis zu mittlerer Kraft als Ansässige ist auf jeden Fall zu rechnen.

Der Landzugang nach Norden und Süden ist durch Palisaden und tiefe Gräben gesichert, in denen Untote wie Skelette und Zombies alles angreifen was hereinfällt, und die mit den 10 Durat hohen Burgmauern am Fuße des Königsberges abschließen. Eigentliche Tore gibt es zwar nicht aber, die Gebäude verengen die beiden Hauptstrassen (Nord und Süd) sehr stark nach dem Palisadengürtel, und an diesen Orten stehen Wagen mit brennbarem Material bereit um die Wege zumindest kurzfristig zu sichern. Die Wagen sind allerdings schlecht gewartet, und zumindest die im Norden dürften schwer zum brennen zu bringen sein. Wenn die Torwache überhaupt anwesend ist.

Die Bevölkerung besteht aus Verbrechern, Halsabschneidern, ehemaligen Piraten, vielen Flüchtlingen, teilweise fast ehrbare Leute, aber allen ist doch ein gewisser Stolz auf ihre verottete Heimatstadt zu eigen. Unterstützung ist hier kaum zu gewinnen, auch wenn es, man höre und staune, einen kleinen Schrein zu Ehren der Jungfrau gibt. Grundsätzlich ist hier alles erlaubt – aber die Rechtlosigkeit hat da ein Ende wo der Geheimdienst des Königs eine Gefahr für den Wohlstand der Stadt ortet. Dieser Geheimdienst mit seinen vermummten Vollstreckern, schwarze Kronen genannt, ist das einzig effiziente in Zisalian – und ein sehr viel gefärlicherer Gegner als die Truppen der Stadt.

Fazit: Ein offener Angriff hat, trotz der relativ vernachlässigten Verteidigungseinrichtung, nur mit größtem Aufwand an Truppen und Schiffen Aussicht auf Erfolg – und die hohe Zahl der Magiewirker und die unbekannten Möglichkeiten des Königs (als Halbdrache) machen selbst eine solche Unternehmung zu einer unsicheren Sache. Das Einschmuggeln von Truppen ist sehr schwierig, da die Bewohner und Piraten eine ganz eigene Ausdrucksweise pflegen. Die beste, aber auch aufwendigste Möglichkeit, wäre eine Blockade der Schiffahrtswege im Herbst, da die Piraten sich andere Orte zum Überwintern suchen würden, und ein Angriff im Frühling. Dies würde die Stadt ein halbes Jahr vom Nachschub von See abschneiden, und eine große Gruppe von Nichteinwohnern zum Verlassen der Stadt veranlassen. Es wäre allerdings auch zu befürchten, daß die Verteidigungsstellungen nach einem halben Jahr konzentrierter Arbeit weitaus formidabler wären. Auf jeden Fall müßte ein solcher Angriff in konzertierter Aktion mit den anderen Seemächten stattfinden.

(Einschätzung des Sonderadmirals Ulischach-Bey, zwei Jahre vor der Feiertagsseeschlacht und seiner nachfolgenden Exekution)

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