Grautalkosmologie Teil 1: Die Inneren Ebenen

Nach allgemeiner Lehrmeinung der Gelehrten der Inneren Sphäre sitzt im Zentrum des Universums die Quelle allen Lebens, die Ebene der Positiven Energie. Aus dieser strömt die Kraft aus, die erst die Existenz ermöglicht, und diese Kraft degeneriert immer mehr bis sie am Rande der Existenz selbst im immerwährenden Tod der Negativen Energie, der Entropie, auch das Nichts oder die Sphäre der Antimaterie genannt, vergeht. Uneinigkeit besteht dabei was genau diese Wechselwirkung zu bedeuten hat. Einige Gelehrte sehen durch komplizierte Berechnungen das Ende der Zeit als dann gekommen, sobald die Positive Energie „aufgebraucht“ ist, wobei sie so verschiedene Daten wie nächsten Mittwoch, im Jahre 761.297.526 oder gar jenseits der Vorstellungskraft angeben. Andere vermuten einen unbekannten Mechanismus der Regeneration, der aus dem durch die Entropie der Negativen Energie verschlungenen Materien und Seelenmächten wieder neuen Brennstoff für die Quelle erschafft und so das Universum ewig im Kreislauf und am Laufen hält. Die meisten Gelehrten sind sich aber einig, das die Lebensspanne eines sterblichen Wesens kaum ausreicht um auch nur die leichteste Änderung in diesem System zu erkennen. Unsterbliche Wesen jeder Coleur scheinen in ihrem Unwillen geeint zu sein, Sterblichen zu diesem Thema Auskunft zu erteilen…

Zwischen den Extremen der Quelle und des Nichts liegt, genau auf halbem Wege die Ätherebene, und in ihr wiederum treiben die verschiedenen Materiellen Ebenen. Tatsächlich ist es möglich andere Welten durch den tiefen Äther zu erreichen – wenn auch ziemlich gefährlich, wobei die allergrößte Gefahr vielleicht darin besteht, nach einer langen Reise ins Ungewisse eine Welt zu erreichen, deren Lebensbedingungen so fremdartig und feindselig sind, das ein Überleben unmöglich ist. Es gibt allerdings eine Handvoll relativ naher und bekannter anderer Materieller Ebenen, die sogar als kleine Punkte am Nachthimmel jenseits des Äthers zu erkennen sind, von Unwissenden als Planeten verkannt: Merkurien ist ein wiederlich heißer Ort zerrissener Geographie, voller Dämonen in ihren Bergfestungen, die in gesteltzter Sprache einander Beleidigungen an den Kopf werfen, um Grund für handfeste und nicht immer ganz zivilisierte Auseinandersetzungen zu haben, mit denen sie sich die Zeit vertreiben. Venusal ist ein endloser, schwül-warmer Dschungel voller vorsintflutlicher Echsenwesen und wunderschöner Amazonenkannibalinnen. Marsiant ist eine öde, kalte Wüste, mit den Überresten einer einstmals prachtvollen Zivilisation übersäht, und nun Heim von in die Barberei degenerierten grünhäutigen Nomaden. Jupiterra dagegen ist eine Welt voller giftigem, halbfesten Nebel auf sumpfigen Grund und greifenden Tentakeln aus Quecksilbermeeren. Über Saturnira ist so gut wie nichts bekannt, da niemand bekannt ist, der von dort zurückkam. Gerüchte sprechen von unmenschlichen Zwitterwesen und dunklen Tempeln für die Götter der Leere zwischen den Sternen.

Jede Materielle Ebene besitz zwei Begleiter, sogenannte Halbebenen – die Ebene der Schatten, ein kleineres, dunkles Abbild der Materielle Ebene auf der Seite des Nichts, beinflußt von den Kräften der Dunkelheit und voller düstere Halbwesen; und die Ebene des Lichts, ein strahlender Ort hervorragenden Lebens, die näher an der Quelle als ihre Mutterebene gelegen ist.

Die Halbebene der Schatten ist ein Ort , der in einem ewigwährenden Zustand des Verfalls quasi eingefroren ist. Die Bewohner dieses dunklen und düsteren Ortes sind oft Nachfahren von Gestrandeten von der Materiallen Ebene, ihre Biologie beeinflußt durch ihren düsteren und ungesunden Lebensraum. Die relative Nähe der negativen Ebene zieht auch viele Untote an, nicht zuletzt die berüchtigten Schatten, deren Existenz oft mit diesem Ort in Verbindung gebracht wird.

Die überbordende positive Energie der strahlenden und wunderschönen Ebene des Lichts scheint dem unbedarften Besucher wie ein Paradies, aber auch hier führt das Ungleichgewicht der Energien zu Schwierigkeiten – von eher weltlichen Problemen wie Schneeblindheit oder Schlaflosigkeit bis zu dem gefürchteten (und tödlichen) Lichtkrebs.

Jenseits der Ätherebene schweben, ebenfalls auf halbem Wege zwischen Positiver und Negativer Energie und dennoch nicht am gleichen Ort, die vier Ebenen der Elemente – Feuer, Erde, Wasser und Luft. Sie sind der Ort an dem die ursprüngliche Materie selbst enstanden sein soll – die Bausteine für die zusammengesetzten Welten im Äther. Während die elementaren Wesenheiten als Ausdruck einer ursprünglichen Intelligenz so etwas wie Gedanken haben, ist ihnen doch keine Kultur eigen – zu beschränkt ist ihre Weltsicht. Anders sind dagegen Elementargeister wie Dschinn oder Salamander, die ganze Zivilisationen auf ihren jweiligen Ebenen erschaffen haben.

Zwischen den vier Elementarebenen liegen vier Misch- oder Paraelmentare Ebenen. Zwischen Feuer und Erde liegt die Ebene des Magmas, ein Ort gebackenen Steins und halbflüssiger Lava, voller feuerspeiender Vulkane und ständiger Erdbeben, die die Magmaseen unter der dünnen Felskruste zum Vorschein bringen. Zwischen Erde und Wasser die des Schlicks, ein schlüpfriger Ort mit ständigem Regen und Sturzbächen, die Kiesel zu feuchtem klebrigen Sand zermahlen, und endlosen Schlammlawinen.  Zwischen Wasser und Luft liegt die Paraelementarebene des Eises, über deren überfrorene Seen und Meere endlose Schnee und Eisstürme fegen, während unwirkliche Kälte scharfkantige Eiskristalle in Luft und Wasser zugleich erstarren läßt. Schließlich zwischen Luft und Feuer liegt die Paraelmentarebene des Rauches, in der heiße Winde rußende Flammen entfachen und schwarze, erstickende Wolken vor sich hintreiben. Auch sie haben ihre Wesenheiten, die ähnlich wie die Elementare der vier Elementaren Ebenen, kaum mehr als Halbintelligent zu nennen sind – andererseits treffen hier manchmal verschiedene Wesen der jeweiligen Mutterebenen aufeinander, was diese Ebenen ein wenig unberechenbarer macht. Und natürlich ist die Anwesenheit von zwei Elementen schon ein (kleiner) Schritt mehr in die Nähe der Materiellen Ebene.

Die letzten Ebenen, die zu behandeln sind, sind die Quasielementaren Ebenen – sie sind praktisch die Äquivalenten Ebenen zu den Licht- und Schattenebenen der Materiellen Ebenen. Denn dort, wo die Ebene der Erde an die Sphäre der Antimaterie grenzt, liegt die Ebene des Staubs, ein desolater Ort voller zerfallener Steine und grundloser Sandseen. Ihr gegenüber liegt die Ebene der Mineralien, ein Ort voller glänzender Schöhnheit in miteinander verbundenen Riesendrusen und endlosen, fast reinen Edelmetalladern. An der Ebene des Feuers liegt einerseits die Ebene der Asche, ein heißer, düsterer Ort voller glühender, ausgebrannter Kohleberge und endlosen, mit glühenden Funken versehenden Aschestaubstürmen und andereseits die heiße, gleißende regenbogenfarbene Ebene der Strahlung.  Die Ebene der Luft wird eingerahmt von der Ebene des Vakuums, eines tödlichen, leeren Ortes ohne Schwerkraft und Wärme und der Ebene des Blitzes, eine kraftvolle Entladung immerwährender Energie und endloser Gewitter. Wasser, schließlich, hat die trägen, toten Salzlaugemeere und scharfen Kristallklippen der Ebene des Salzes auf der Seite der Entropie und die schwülwarmen, süßduftenden endlosen Heißbäder der Ebene des Dampfes in Richtung Quelle.

Die Elementaren Ebenen werden dabei, von vielen Gelehrten zumindest, als Auslöser der Jahreszeiten angesehen, wenn die Materielle Ebene in ihrem Einflußbereich vorbeitreibt, und so Wetter und Klima beeinflußt.  Es heißt, in der entsprechenden Jahreszeit ist es einfacher Tore oder Wesenheiten der entsprechenden Ebene zu erreichen. Die Wechsel der Jahreszeiten, also Mittsommer, Nacht/Taggleiche im Frühling und Herbst sowie Mittwinter, sind dabei die effektivsten Tage. Eine erklärende Grafik folgt:

Anmerkung: Unterschied zu der offiziellen Pathfinderkosmologie ist vor allem die Anwesenheit von mehreren Materiellen Ebenen, die den Planeten gleichgesetzt sind und die Rückkehr zu stark von AD&D beeinflußten Para- und Quasielementaren Mischebenen bei einzelnen Elementarebenen. Unterschiedlich ist auch, das die Zentrale Mitte die Positive Energie ist und die Negative Energie alles umgibt. Mehr Infos zur Ebene des Lichts findet sich in meiner Monstersammlung. Die benutzte Schriftart ist Cardinal von Dieter Steffmann. Schönen Dank!

BDD

ER

4 Gedanken zu “Grautalkosmologie Teil 1: Die Inneren Ebenen

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