Cyberpunk und die 80er-Ästhetik

Wenn man ein alter Sack ist, wie ich, dann fällt einem doch ab und zu etwas auf. Wie zum Beispiel, wie verdammt Retro die aktuelle Cyberpunkrenaissance ist… Also, vielleicht liegt das ja nur an meinem begrenzten Blickwinkel. Aber zu oft (?) seh ich ein Cyberpunkkunstwerk, das sehr viel mehr cyberPUNK ist. Nicht das ich mich beschwere, ich steh auf sexy Punketten mit schweren Waffen…

Aber zur Zeit, als William Gibson DEN Klassiker geschrieben hat, war Punk zumindest noch Groß, wenn auch schon etwas streng riechend. Die ganze Geschichte mit „No Future“ und so. Und das Genre bezog sich halt auf dystopische Zukunften. Das mag es immer noch, aber eine distopysche Zukunft 2018 sollte sich doch anders anfühlen (und darum geht es bei Kunst ja) als 1984? Oder sind wir wieder 1984 angelangt, was „No Future“ angeht mit May statt Thatcher und Trump statt Reagan? Hm.

Merkel statt Kohl? Nee, als Kohl so aus dem letzten Loch pfiff, war die Stimmung eine wesentlich positivere Wechselstimmung, Loveparade anstatt motherfucking, entschuldigung, mutterfickende AFD. Macht natürlich die Ästhetik eher passend.

Ich weiß jetzt aber nicht wie eine Dystopie aussehen muß, damit sie für 2018 paßt… Paranoia wahrscheinlich, höhöh. Ist aber auch aus 1984…

Keine Ahnung, ist mir halt aufgefallen.

Bis dann denn

Euer Rorschachhamster

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2 Gedanken zu “Cyberpunk und die 80er-Ästhetik

  1. Wenn ich die dystopische Sicht der Ära 1984 vergleiche, haben „wir“ uns 2018 schon sehr gut angenähert! (Nein, das ist jetzt KEIN Punkt über den wir uns freuen sollten)

    Aber selbst Gibson hätte sich wahrscheinlich nicht träumen lassen, dass 2018 Typen wie Trump oder Duterte (demokratisch gewählte!) Präsidenten sind.
    Auch konnte die nationale Retro-Welle so nicht abgebildet werden (war vielleicht auch einfach zu verrückt zu denken, dass so etwas eine Renaissance erlebt).

    Interessanter finde ich, wie Verhoeven es 1987 in Robocop schaffte – eine erschreckende (mögliche?) Sicht von KonzernMACHT abzuliefern diese vom heutigen Stand, mit der heutigen Erfahrung > sich garnicht mehr so futuristisch technisch „anfühlt“.

    Wie sieht deine Sicht von 2048 aus? Dystopisch? Utopisch? Oder dann doch lieber völlig katastrophal?

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    • Ah, verdammt, ich wollte schneller antworten, aber dann ist es wieder untergegangen im Durcheinander.
      2048? Katastrophal. Ich sehe zu viel Ignoranz für die wirklich wichtigen Probleme und stattdessen Angstmacherei seitens populistischer Verführer.
      Allerdings ist der Utopist in mir ziemlich sicher, das nach der Katastrophe etwas besseres kommen wird… Nur das wird 2048 noch nicht so weit sein. 😉

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