Cyberpunk und die 80er-Ästhetik

Wenn man ein alter Sack ist, wie ich, dann fällt einem doch ab und zu etwas auf. Wie zum Beispiel, wie verdammt Retro die aktuelle Cyberpunkrenaissance ist… Also, vielleicht liegt das ja nur an meinem begrenzten Blickwinkel. Aber zu oft (?) seh ich ein Cyberpunkkunstwerk, das sehr viel mehr cyberPUNK ist. Nicht das ich mich beschwere, ich steh auf sexy Punketten mit schweren Waffen…

Aber zur Zeit, als William Gibson DEN Klassiker geschrieben hat, war Punk zumindest noch Groß, wenn auch schon etwas streng riechend. Die ganze Geschichte mit „No Future“ und so. Und das Genre bezog sich halt auf dystopische Zukunften. Das mag es immer noch, aber eine distopysche Zukunft 2018 sollte sich doch anders anfühlen (und darum geht es bei Kunst ja) als 1984? Oder sind wir wieder 1984 angelangt, was „No Future“ angeht mit May statt Thatcher und Trump statt Reagan? Hm.

Merkel statt Kohl? Nee, als Kohl so aus dem letzten Loch pfiff, war die Stimmung eine wesentlich positivere Wechselstimmung, Loveparade anstatt motherfucking, entschuldigung, mutterfickende AFD. Macht natürlich die Ästhetik eher passend.

Ich weiß jetzt aber nicht wie eine Dystopie aussehen muß, damit sie für 2018 paßt… Paranoia wahrscheinlich, höhöh. Ist aber auch aus 1984…

Keine Ahnung, ist mir halt aufgefallen.

Bis dann denn

Euer Rorschachhamster

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EDLER ORK! Gewinner und OSRIC-Monster!

Orkfreund ist der glückliche Gewinner des Monsters of Mayhem von Dark Wizards Games , das ich irrtümlich doppelt zugesandt bekommen habe und dann vergeben durfte. Danke nochmal dafür. Und auch wenn kaum einer das mitgekriegt hat und eigentlich nur Orkfreund mitgemacht hat… ich war ja aber auch etwas AWOL in den letzten Wochen.

Jedenfalls bittet der glückliche Gewinner mich, dies als Sieg der Pro-Ork-Allianz anzupreisen… bei dem, was bei mir angekommen ist, wenn ich „ein Ork, der gut riecht“ höre, bin ich mir aber nicht so sicher, ob das wirklich ein Sieg für Orkfreund(e) ist… ^_^°

Also, der edle Ork nach OSRIC-Regeln bzw. älteren, erweiterten Regeln eines sehr großen und ersten amerikanischen Rollenspielsystems… -_-°

EDLER ORK

Möglichkeit einer Begegnung: Sehr Selten

Anzahl: 1-4

Rüstungsklasse: 8

Bewegungstempo: 36m

Trefferwürfel: 2-4

% im Lager: 90%

Anzahl der Angriffe: 1

Schaden der Angriffe: 1-6 oder nach Waffe + Gift

Besondere Angriffe: Meuchelmord, Gift

Besondere Verteidigung: –

Widerstand gegen Magie: Immun gegen Verzauberung, sonst Standard

Intelligenz: Außergewöhnlich

Gesinnung: Chaotisch Böse

Größe: M (1,80m+ groß)

PSI-Kraft: –

Angriffs-/Verteidigungsarten: -/-

EP: 2 TW: 50 + 1/TP

3 TW: 80 + 2/TP

4 TW: 135 + 3/TP

Edle Orks sind nur dem Namen und ihrem oberflächlichen Verhalten nach Edel. Sie tragen meist reiche Kleidung, ihre Antlitze gleichen ehrfurchtsgebietenden Keilern (oder Bachen) und sie scheinen grundsätzlich freundlich und verständig zu sein. All das ist aber nur eine Maske.

Edle Orks sind in gewissen Kreisen als hervorragende Major Domi oder Hauswirtschafterinnen bekannt, immer freundlich, zuvorkommend und auch streng gegenüber Untergebenen, wo sie es sein müssen, beredet, parfümiert und gelehrt. Edle Orks sprechen normalerweise sowohl die Gemeinsprache als auch Elfisch und Zwergisch akzentfrei (sieht man von gelegentlichem Grunztönen ab). Selbst eingeschworene Feinde der Orks werden von ihrem Auftreten in die Irre geführt.

Der schönste Moment im Leben eines edlen Orks ist der Tag, an dem sie dem Herrscher, dem sie jahrelang treu und erfolgreich dienten, etwas Lähmungsgift in das Essen mischen um ihn oder sie dann bei lebendigem Leibe von den Füssen aufzufressen, während ihre wilden Verwandten in ein durch irreführende Befehle und sorgfältig gestrickte Intrigen geschwächtes Reich einfallen. Dabei benutzen sie natürlich Silberbesteck, Zitronenwasserschälchen und bestickte Servietten.

Edle Orks besitzen immer mindestens 1W6 Dosen verschiedener Gifte, mit dem sie ihre Waffen versehen und sie besitzen die Meuchelmordfähigkeiten eines Assassinen ihrer entsprechenden TW. Sie werden, egal ob im Lager oder unterwegs, normalerweise immer von 1-10 normalen Orks pro eigenem TW begleitet – es sei denn, sie sind in zivilisierten Landen unterwegs.

Schätze: Einzelne 2W6 PM, 3W6 GM, 1W3 Geschmeide (25%), ein zufälliger magischer Gegenstand (5%); im Lager 1W4*100 PM (25%), 2W6*1000 GM (25%), 3W8*1000 SM (75%), 2W8 Edelsteine (25%), 2W4 Geschmeide (50%), 1W4 magische Tränke (50%)

 

Hehe. Ist seit gestern in der Post plus etwas Extra. Das Bild besteht aus folgenden beiden Abbildungen, beide via Wikimedia Commons:

Der Franzl

Dat Schwin

Und beide gemeinfrei, offensichtlich. Und paar Filter drüber usw.

Bis denn dann

Euer Rorschachhamster

 

Zufallstabellen für eine lebendige Hexwelt und Datenmanagement in derselben

Hey, da bin ich wieder.

So, ich habe hier glaube ich schon mal gesagt, das ich ein Fan von den klassischen 1W8+1W12 Zufallstabellen von AD&D bin. Jetzt wurde ich eines besseren belehrt. Evelyn M., die sehr coole Zeichnungen macht (Blog), hat auf ihrer G+ Seite ein Fanzine mit künstlicher Beschränkung angeregt – und dabei auf diesen Beitrag von Hack & Slash verlinkt. Da ich gerade etwas mit den Zufallsbegegnungen für ein irgendwann geplantes Abenteuer zu kämpfen hatte, fiel bei mir die Argumentation auf fruchtbaren Boden – wobei ich diese künstliche Beschränkung nicht Global regeln würde, sondern Regional. Das hat den Vorteil, das zusätzlich zu, was weiß ich, Gelände, Politik und Geographie ein sehr viel dezidierteres Bild für die Spieler entsteht, was einzelne Gebiete angeht. Und zwar ohne endlose Beschreibungen und NSC-Belehrungen, ganz natürlich aus dem Spiel heraus… „Das ist der Wald, wo die vielen Goblins mit ihren Wargen leben…“. wobei die Würfel natürlich das noch relativieren können, wenn sie es wollen. Auf jeden Fall ist der Flair eines Gebietes besser für den SL zu erfassen wenn man nur auf 7 oder was Einträge schauen muß antstatt auf 19. Ganz abgesehen davon, ist es einfacher die passenden Monster zu finden und man muß nicht zu sehr Kompromisse eingehen.

Nachdem ich das gesagt habe, will ich aber gerne immer noch eine Glockenkurve (Auch wenn die Wahrscheinlichkeiten näher beinander liegen als bei W12+W8, zwangsweise…).

Ich geh mal auf anydice und mach ein paar Kurven… Ziel sind so 6-9 Ergebnisse, damit ich nicht zu eingeschränkt bin in den Würfelkombinationen. Und dann merke ich, das in meiner Tabellenvorlage für mehrere Würfel die Prozentagen von anydice schon eingetragen sind. Hah!

1W4+1W3

2

8.33

3

16.67

4

25.00

5

25.00

6

16.67

7

8.33

 

3W3

3 3.70
4 11.11
5 22.22
6 25.93
7 22.22
8 11.11
9 3.70

 

1W6+1W3

2 5.56
3 11.11
4 16.67
5 16.67
6 16.67
7 16.67
8 11.11
9 5.56

 

2W4

2

6.25

3

12.50

4

18.75

5

25.00

6

18.75

7

12.50

8

6.25

 

1W6+1W4

2

 4.17

3

8.33

4

12.50

5

16.67

6

16.67

7

16.67

8

12.50

9

8.33

10

4.17

Das erste Beispiel gefällt mir dabei echt gut. 1W4+1W3 ergibt 2 Ergebnisse mit 1/4, 2 mit 1/6 und 2 mit 1/12. Jede vierte Begegnung mit z.b. Goblins klingt gut bei insgesamt 6 Ergebnissen. Außerdem sehr übersichtlich. 6 Begegnungen sind auch wasde hast, wenn de middm W6 würfelst, gell. 3W3 ist irgendwie auch cool. Ergibt dann 7 Ergebnisse in einer totalen Glockenkurve, wobei die mittleren drei ja zumindest fast 1/4 sind.

1W6+1W3 ist auch interessant, weil die mittleren 4 Ergebnisse genauso häufig wie bei einem W6 kommen… 2W4 ist wieder reine Glockenkurve, aber geht auch. W6+W4 hat nur drei Ergebnisse die wie W6 Ergebnisse gewichtet sind. Hm.

Der Witz ist ja, das man nehmen kann was man will, je nachdem… Und wenn man meine W8+W12er Tabellen nimmt und da die Umgebungen und Komplikationen individuell für jedes Gebiet nimmt, hat man noch mehr Wiedererkennungswert – Gebirge mit Almen und Geröllhalden gegen Gebirge mit Steilen Hängen und Felsgraten, zum Beispiel.

Zusätzlich kann eine Zufallstabelle mit speziellen Begegnungen für eine interessante, neue Organisation auf Hexkarten sorgen. Traditionell sind Hexe ja nummeriert nach Spalten und Zeilen. Was funktioniert, aber doch nebeneinander gelegene Hexe irgendwie ganz schön weit auseinander stehen läßt, bei Tabellarischer Auflistung und entsprechender Größe der Hexkarte. Jetzt kann man die Zufallsbegegnungstabelle mit ihrem verbundenen „Hexcluster“ zu einer Einheit machen (und man hat das Problem nur wenn die SC zwischen Gebieten hin und her wechseln). Also, zum Beispiel: Im Östlichen, dichten Göngelwald gibt es Orks und feuchte Niederungen, aber im lichteren westlichen Göngelwald lebt ein Stamm Zentauren unter Baumriesen…

Oh, Protip: Daten in Datenblatt (Open bzw. Libre Office Calc, Excel, was auch immer) eintragen und dann kann man entweder nach Reihen/Zahlen oder nach Gebieten sortieren. Vielleicht sogar mit automatisch berechneter Zufallsbegegnung, wenn man sich die Mühe machen will und überhaupt am Rechner leitet. Nur so als Idee.

Jau, ich will wieder mehr machen hier. Achso, und der Gewinner vom Gewinnspiel hat sich immer noch nicht gemeldet… Seufz.

Bis denn dann, bald hoffentlich, ^_^°

Euer Rorschachhamster

PS: War auf der Nordcon, mein Rücken nervt, hab eigentlich nix gezockt, diesmal, war trotzdem schön. Daniel und Patrick von System Matters getroffen, Swords & Wizardry Complete kommt dieses Jahr wohl noch, DCC sehr vielleicht, aber eher nicht, aber vielleicht. Reicht mir. Hab jetzt endlich auch meine Übersetzung mit meinem preisgekrönten Abenteuer im echten Druck. 😉

 

Ich muss mal trollen…

 

Das Original ist äh… 88 Point Stabilo… auf Block. Oder so. Ich bin kein Künstler, nur ab und zu überkommt mich das. Dann mit Gimp Coloriert, nachbearbeitet und selbstfotografierte Texturen für den Hintergrund. Bis auf das Tonnengewölbe, das ist nach dem Original von hier, aber eh nicht mehr zu erkennen und massiv bearbeitet… Wie dem auch sei, Tada.

Ein originaler Troll, im Sinne von AD&D-Original (bzw. vorher, aber ich kenne ihn halt aus dem alten MHB). Mit Einflüssen. Von Hooligans bis Pathfinder. Ich hab mich für rotes Blut für den Troll entschieden. Weil. Was natürlich bedeutet, das ich keine Ahnung habe warum. Und zwischendurch hab‘ ich mir Gedanken drüber gemacht, das seine Zähne etwas schmerzhaft sein würden, wenn er den Mund zumacht. Aber – Troll! Den stört das nicht, wächst eh gleich wieder zu.

Und nochmal kleine Erinnerung: Gewinnspiel. Macht mit!

BDD

ER

Monsters of Mayhem – Review und Gewinnspiel.

Monsters of Mayhem kam am Montag in der Post. Und heute nochmal. Huh. Mark von Dark Wizard Games war so nett mir zu erlauben, das als Preis beim Gewinnspiel rauszuhauen. Dazu mehr unten.

Monsters of Mayhem ist ein Monsterbuch für „Osric or easily adapted to any First Edition Style Fantasy Role-Playing Game or OGL/OSR Style System“. Und auch für D20, DCC, 2e-5e, Pathfinder und so weiter, schreibt er noch, das ist dann etwas mehr Arbeit, aber ja.

Das Heft kommt mit nicht angeheftetem Cover (Yay!), auf dessen Innenseite vier Dungeonmaps zu finden sind, Arena, Forest, Dungeon und Cave Lair. Der Wald gefällt mir da, mit Wasserfall und Druidischem oder Feensteindingens am besten, Arena kann man immer brauchen, die Dungeonmap ist mir etwas zu weitläufig, aber hey, bei dem Cavelair stört mich das vielleicht ein bisschen mehr, aber funktional sind sie alle. Das Papier ist ok, normales Weißes, also in guter alter Tradition eher billig ^_^ – aber der Druck ist sehr klar und gerade die Abbildungen sind superfesch. Tatsächlich hatte ich, nachdem Lesen und in meine  Monsterdatenbank eintragen aus dem PDF heraus einen Aha-Moment, denn die Abbildungen wirken so viel besser auf Papier und sind wirklich großartig. Inklusive Doppelseite in der Mitte des Buches, wo einige „Bewohner“ sich gegenüber stehen.

Die Monster sind, wie immer eigentlich, ein bisschen gemischt. Ein wenig stören tun mich die IP-Umgehenden Monster – weil ich als Spielleiter natürlich einfach die Originale nutzen kann… aber die kommen aus den Abenteuern, die als Hommage an bestimmte alte Module die halt in einer OGL-Version benötigen. Sehr cool sind so Pfunde wie Demonica Gigantica, eine riesige, und ich meine riesige, sexy Dämonin, und der Horde Master als Quasi Dungeonboss. Höhö.

Insgesamt tendieren die Monster etwas mehr zu höheren TW, was sie ideal für Bossmonster in unteren bis mittleren Stufen macht. Und die eher niedrigen Monster haben alle das gewisse Extra. Wie das Pesthäschen (PLAGUE BUNNY), das explodiert und ansteckt. Und aus den Angesteckten platzen neue Pesthäschen… Sowieso, die Monsterbeschreibungen sind immer auch mit Anmerkungen zu Lebensraum und Lebensweise versehen, gygaxischher Naturalismus halt. Nice. Was mir aufgefallen ist, das manchmal auf Erläuterungen verwiesen wird, die dann nur einen halben Satz sind… Hmm. Nichts, was man nicht aus dem Ärmel schütteln könnte, aber da ist es doch teilweise zu kurz.

Alles in allem ein sehr gutes Monsterhandbuch; ich denke, für jeden was dabei. Und die Abbildungen in schwarzweißem Linework sind echt geil, auch gerade in der gedruckten Fassung. Und es gab noch Bonuspdfs in der Mail! Also, wirklich cool Abenteuer.

Preislich Print + PDF mit Porto 30$ für 48 Monster – Ok. Normalerweise wäre ich alter Pfennigfuchser so… Hmm, naja… Aber das ganze Artwork ist das schon alleine Wert. Ich würde auch empfehlen, die Druckversion zu erwerben, wegen der Kunst. Top!

GEWINNSPIEL: Ist völlig willkürlich und ohne notarielle Aufsicht. Aber wenn ihr entweder hier in den Kommentaren oder per mail mit dem Betreff MOM (rorschachhamster bei gmxde) eine Monsteridee an mich sendet (sei es ein Wesen mit Stats oder auch nur ein einziger Satz), dann werfe ich euch zufällig in eine Ziehmütze und schicke das Ding im Gewinnfalle zu euch (irgendwie Kontaktdaten wären dafür besser, aber normalerweise finde ich die dann auch, in email ist OK, von Adresse in den Kommentaren würde ich aber grundsätzlich abraten – Internet vergißt nicht und so). Für besonders coole Einsendungen behalte ich mir vor, zwei Lose in die Mütze zu legen. Einsendeschluß ist, weiß nicht, äh, in zwei Wochen Sonntag, also der 15. April. Ihr erklärt euch aber damit einverstanden, das ich entweder aus eurer Idee ein Monster mache oder euer Monster mit Stats hier veröffentliche. Aber auch nur hier auf dem Blog, oder ich frag nochmal. Ich hab letztens mal wieder mein Grafiktablett in der Hand gehabt… vielleicht versuche ich auch was zu malen, aber da bin ich nicht soooo gut… muss halt passen, und deswegen verspreche ich das lieber nicht.

Also, macht mal. Ein Satz genügt. Mit genügend Schöpfungshöhe wäre natürlich schön. Selbst „Ein Ork, der stinkt.“ würde technisch schon genügen, aber…  😉

Bis denn dann

Euer Rorschachhamster

 

 

Moralanpassung AD&D2e und 2W6 und sowieso 2e Monster…

Ich bin kein Sammler, ich bin Spieler… sieht jetzt aber schon irgendwie unhygienisch aus…

Es gibt ja keine (mir bekannte) Monsterquelle, die im Umfang an das dicke weiße Monsterkompendium I von AD&D2e herankommt, und dabei noch so viel gygaxischen Naturalismus verbreitet. Auch wenn die Optik und die Illustrationen manchmal eher „Naja…“ sind. Man kann sich das ja auch auf Englisch im Netz anschauen, mit allen Erweiterungen, aber da ich die Legalität nicht einschätzen kann… verlinke ich mal nicht. Worauf ich allerdings gerne verlinke, sind die Netzmonster von adnddownloads. Sehr interessanter Einblick in die Netzaktivitäten vor 2000, inklusive Blödelmonster und Alienwerte (Alien wie in Ellen Ripley), aber natürlich auch einige gute Ideen.

Jedenfalls, als Besitzer des dicken weißen Buches, und kurz davor eine S&WC Kampagne mit starken Anleihen bei BECMI und AD&D (Kann ich alter Sack ja auch gar nicht anders) zu starten, nervte mich das Moralsystem von AD&D mit 2W10. Warum? 2W6 sind doch viel eleganter. Also, Tabelle:

#2W10 #2W6
2 2
3 3
4 4
5 4
6 5
7 5
8 6
9 6
10 7
11 7
12 7
13 8
14 8
15 9
16 9
17 10
18 10
19 11
20 12

Das Werte wie 2 oder 3 überhaupt existieren würden wäre mir nicht bekannt, aber ist ja auch wumpe. Jedenfalls nur als einfache Übersetzungshilfe – man bildet sich ja ein, das man das Pi mal Daumen machen kann, aber naja. Und davon mal abgesehen – wer ist denn bei der zweiten Edition auf die Idee gekommen bei den Werten auch mal 17-18 als Moral hinzuschreiben? Was denn jetzt? Sowas dämliches. 17-18 wäre hier natürlich eindeutig eine 10. 😉

Sowieso Moralwürfe und Reaktionen. Bei Reaktionswürfen sagt S&WC ja, brauch man nicht, weil der SL sich Gedanken machen soll wie das Gegenüber reagiert. Und so gut das im Einzelfall wird, wenn man bei einer Zufallsbegegnung gar nichts weiß, und die Spieler sich die Mühe machen, nicht sofort loszuschlagen, dann sollen bei mir auch Orks wider erwarten mal freundlich sein (12 vorausgesetzt). Auch wenn ich das nie bewußt entscheiden würde – und genau darum sind Reaktionswürfe so knorke. Sie grätschen einem in die feste Routine und machen das ganze etwas unvorhersehbarer – und interessanter auch. Echtes Leben funktioniert auch nicht immer gleich, unsere Gehirne aber leider oft genug schon. Und wer jetzt behauptet, das er oder sie oder es oder xcr oder was auch immer jedenfalls als Spielleiter voll tolle neue Ideen hat, der ist offensichtlich irregeleitet. Man hat nun mal bestimmte Muster in die Neuronen eingebrannt, da muß man ein büschen durchschütteln von Zeit zu Zeit. Nicht nur beim Rollenspiel, aber ich schweife ab…

Genau, Tabelle. So. ^_^°

Bis denn dann

Euer Rorschachhamster

 

Drei Unterwassermonsterwürmer für S&WC – Riesenschuppenträger (Scalidophora)

Ok, ich lese gelegentlich Real Monstrosities, und hier geht es um mud dragons. Ein schön evokativer Name. Nur… im Deutschen heißen die Hakenrüssler. 😛 Wikipedia hat auch geholfen. Wer auch immer den Begriff Scalidophora mit „Skaliden Tragende“ übersetzt hat, muß links und rechts ein an die Backen kriegen. Setzen, Sechs! 😛

Egal, ich habe einfach mal die und die beiden Verwandten, Schwanzwurm und Reizwäschewurm, mit Werten für Swords & Wizardry Complete ausgestattet. Einfach, weil. Ich bin mir ziemlich sicher, das ich zumindest die Schlammdrachen, ‚tschuldigung, Hakenrüssler, nutzen kann, irgendwann mal, aber Unterwasserabenteuer… Naja.

Es hat Spaß gemacht!

Schuppenträger, Riesen-

Riesenhakenrüssler Riesenpriapswurm Riesenkorsettier
Trefferwürfel: 1 5 1/2 (1W4 TP)
Rüstungsklasse: 3 [16] 5 [14] 2 [17]
Angriffe: 1 Haken (1W8) o. 1 Stachel (1W12) 1 Saugschlund (2W6) 1 Festsaugen (1W4)
Rettungswurf: 17 12 18
Besonderes: Verschlingen Festsaugen
Bewegung: 30′ (10′) 9m (3m) 10′ (3′) 3m (1m) 10′ (3′) 3m (1m)

Graben 30′ (10′) 9m (3m)

Graben 10′ (3′) 3m (1m)

Gesinnung: Neutral Neutral Neutral
HG/EP: 1/15 7/600 1/15

Riesenschuppenträger sind ein Taxon miteinander verwandter Riesenwürmer.

Riesenhakenrüssler (manchmal Schlammdrachen genannt) leben im Schlamm von tiefen Ozeanen bis in brackige Flußmündungen, manchmal sogar unter bei Ebbe trocken fallenden Wattflächen. Sie graben sich durch den Schlamm unter Wasser hindurch, und ernähren sich von Muscheln, Krebsen und anderen Tieren im Schlamm. Sie sind grundsätzlich friedfertig, aber wenn jemand den Sand, unter dem sie tätig sind, betritt oder aufwirbelt und ihnen dadurch zu nahe kommt, fangen sie an mit ihrem Schwanzstacheln oder ihren Kranz aus Mundstiletten um sich zu schlagen, bevor sie nach unten in den Sand fliehen. Sie sind etwa 3m lang, wobei ein Drittel auf ihren Schwanzstachel fällt, und haben einen Körperumfang von ungefähr 60cm. Ihr Körper wird von stabilen Chitinplatten geschützt.

Riesenpriapswürmer sind im Gegensatz zu ihren kleineren Verwandten Lauerjäger. Sobald ein Beutetier bis zu Menschengröße sich über ihrem Versteck im Ozeanboden bewegt, fangen sie dieses mit dornigen Fortsätzen ihres Mundes und ziehen es in ihren Schlund, wo es durch die feinen Zähnchen klein gehäckselt wird. Ein getroffenes Opfer kann nur noch mit kleinen Waffen wie einem Dolch oder Kurzschwert angreifen, und kommt normalerweise erst frei wenn der Wurm flieht, da seine TP unter sein halbes Maximum gefallen sind, oder tot ist. Das Opfer erleidet jede Runde automatisch den Schaden, sobald der erste Trefferwurf gelingt. Ihre etwa 6m langen Körper erinnern entfernt an das männliche Geschlechtsteil.

Riesenkorsettiere leben als Parasiten an Riesenkrebsen oder anderen großen Wirtstieren im Meer nicht zu nah an der Oberfläche bis in die tiefsten Tiefen. Manchmal sind sie auf der Suche nach einem geeigneten Wirt, und in dieser Situation verschmähen sie auch nicht kleinere Opfer. Sie heften sich an ihre Opfer und saugen Blut, wobei sie nach dem ersten gelungenen Trefferwurf automatisch treffen. Sie lassen normalerweise sofort los und fliehen, sobald sie Schaden erleiden. Sie sind etwa 60 cm lang und ihr kegelförmiger Körper ist von einzelnen Chitinplatten geschützt, die entfernt an ein Korsett erinnern.

Jau. Nutzbarkeit ging hier über gesicherte Erkenntnis, also saugen Korsettierchen natürlich Blut.

Bis denn dann

Euer Rorschachhamster

Diese Würmer sind open gaming content nach OGL mit folgendem §15:

15. Copyright Notice

Open Game License v 1.0a Copyright 2000, Wizards of the Coast, Inc.
System Reference Document Copyright 2000-2003, Wizards of the Coast, Inc.; Authors
Jonathan Tweet, Monte Cook, Skip Williams, Rich Baker, Andy Collins, David Noonan,
Rich Redman, Bruce R. Cordell, John D. Rateliff, Thomas Reid, James Wyatt, based on
original material by E. Gary Gygax and Dave Arneson.
Swords & Wizardry Core Rules, Copyright 2008, Matthew J. Finch
Swords & Wizardry Complete Rules, Copyright 2010, Matthew J. Finch

„Drei Unterwassermonsterwürmer für S&WC – Riesenschuppenträger (Scalidophora)“ (c) 2018 Christian Sturke aka. Rorschachhamster